21:12

Schon. Ist die Sonne heut aufgegangen? - ich habs nicht gesehen. War heute Tag? - ich habs nicht gesehen. Wie wurde es jetzt so schnell dunkel? - ich habs nicht gesehen. Habe ich die Augen zu?

So vieles rauscht an mir vorbei. Einfach vorbei. 

Ich betrat heute das Büro und er schaute mich an. Ich fragte mich, weshalb er mich so anschaut mit grossen Augen. Als ich kaum um das Eck war, sagte er: du, hast du die Akte von soundso. Ich hatte sie und hab sie ihm gegeben. Er wusste wohl meinen Namen nicht mehr, sonst hätte er ihn gesagt. Immerhin nimmt er mich nun wahr. Gestern haben wir gemeinsam ein Leben gerettet. Der Patient klagte plötzlich über Übelkeit, ich reagierte und mass den Blutdruck, der, wen erststaunts, im Keller war. als ich mit ihm ins Zimmer kam, wars dem Pat schon nicht mehr schlecht, dafür hatte er sich übergeben. Weshalb der Körper das so macht, weiss ich nicht, aber danach war alles wieder normal. Dann hat der sich tatsächlich den Mantel ausgezogen, Handschuhe angezogen und geholfen, das Bett frisch zu machen. Gentleman. Er war zwar sichtlich überrumpelt mit dieser Betreuung, doch war er amüsiert und in heller aufregung deswegen. es war eine freude, ihn so zu sehen.

morgen endlich letzter arbeitstag. ich bin sehr müde. sehrsehrmüde.

4.4.12 21:26


gone away

Vier Jahre älter als ich. Eine Freundin, von Distanz getrennt worden. Sie hat blitzgeheiratet und ist in sein Heimatland gezogen. Dort hat sie keine Anstellung gefunden und sass 4 Monate lang zuhause rum, weil sie scheu ist. und nun erwartet sie nachwuchs. - wo sind all die Träume hin, die wir noch vor 1.5 Jahren zusammen gesponnen haben?

Der heutige Arbeitstag war sehr schlimm. Wir waren nur zu dritt, ich kam mir vor wie eine Aussätzige und war froh, als ich dann meinen wohl verdienten Cocktail in der Hand hielt und in der besten Afterwork-Psychohygiene-Bar sass. 

Der Arzt hatte heute frei. Heute am Tag der Abreise der besagten Frau. Ich lege meine Hand ins Feuer, dass sich da was anbahnt.

Freue mich auf vier Tage Erholung pur.

6.4.12 00:06


Let's blow up our

Ich bin versucht, mich befreien zu lassen und mich dadurch zur Gefangenen von was anderem zu machen. Das würde etwa 10-20 Jahre gut gehen, bis ich erkenne, dass ich damals nur aus dem Motiv der Befreiung diese Bindung eingegangen bin und nun wieder haben will, was ich damals schon wollte: Freiheit.

Was ist Freiheit? Warum ist sie so zentral in meinem Leben seit ich denken kann? Weshalb muss ich mir so vielen Dingen bewusst sein, wo andere einfach drauf los leben?

Was sind meine Ziele? 

Ich will Sicherheit. Ich will Freiheit. Ich will Liebe. Ich will Unabhängigkeit und Verbindlichkeit. Ich will Selbstbestimmung. Ich will Ziele. Ich will Interesse an Menschen und der Welt. Ich will Freude. Ich will Schönheit. Ich will Beständigkeit. Ich will Abwechslung. Ich will Menschlichkeit. Ich will Geborgenheit. Ich will Zärtlichkeit. Ich will Ruhe. Ich will Atmen.

Ich hoffe nur, dass ich in 10 Jahren nicht entmutigt frage, wo mein jugendlicher Geist geblieben ist.

7.4.12 22:06


Adies.

Ich kanns nicht fassen. Habe soeben den Freund meiner Freundin kennengelernt. Er ist der Supergau. Ein Arsch, ein dummer Kerl, der einen Abend lang versucht, mich zum Alkohol trinken zu überreden, dem dabei nicht langweilig wird. Er ist einfach dumm. Und sie sitzt daneben, lächelt nett, sagt ja und Amen zu jedem Blödsinn, den er von sich gibt, lacht über seine perversen Witze, und toleriert alles und jedes, wie es Frauen nun mal tun, wenn sie den Verstand beim ersten Kuss auf der Strecke liegen lassen. Wie mich dieses Getue anödet.

Ich finds furchtbar. Einfach furchtbar. Sie kann ihr Beziehungsmuster nicht sehen, ich schon, weil ich sie gut kenne. Doch das ist einfach zum kotzen, denn sie weiss es ja nicht und karrt sich geradewegs in die Scheisse. Ich kann ihr dabei nicht helfen, nur trösten, wenns dann so weit ist. 

Wenn ich denke, dass ich in einer Beziehung nicht den Menschen sehe, sondern all meine Erlebnisse noch in ihm, so bin ich mir bewusst, dass ich ihm Unrecht tue und ihm nie gerecht werden könnte, weil eben dieses Menschliche in mir ist. Da es aber den Zustand Tabula Rasa nie geben wird, ist es folgich gänzlich unmöglich einen Menschen aus sich heraus gänzlich zu lieben. Was wiederum bedeutet, dass, da der Mensch für Beziehung gescahffen wurde, ich trozdem eine Beziehung führen soll in all meiner Realität als Mensch, auch mit meiner Person und zudem mit Liebe, nein, nicht aus meiner selbst, dazu bin ich nicht fähig, aber aus der göttlichen, um meinen Zweck zu erfüllen und das höchste, meinen nächsten zu lieben, wie mich selbst. Denn den nächsten kann ich nur lieben, wenn ich mich in all meiner Wirklichkeit des Menschseins angenommen habe. Und das tu ich, wenn ich Bezieung führe entgegen dem sicheren Scheitern, der Liebe zum Beweise.

Aber bitte mit Verstand.

8.4.12 23:21


blablablubb.

Ich habe Hans nun nach 8 Tagen geantwortet. Ich weiss nicht, was draus werden soll. Mit jedem Problem, jeder Frage, die ich klären kann, stellt sich mindestens eine neue Frage quer. Ich staune über jedes Stück Selbstkenntnis, das ich finde. Ich dachte immer, dass ich jemanden brauche, der noch besserwisserischer, noch intelligenter, noch grösser, noch schöner oder noch sensibler als ich sein muss, damit ich untergehen kann darin und in meinen sag ich mal negativen eigentschaften nicht so anecke. doch eigetnlich ist das totaler schwachsinn. Gegensätze ziehen sich an und es wird unmöglich gut kommen, wenn ich jemanden wie mich als partner habe. ich brauche ein gegenstück, damit es sich ergänzt, was dadurch natürlich konflikten führt, aber das würde die gleichheit genauso, nur würde weniger daraus hervorkommen. achachach, ich zerbreche mir mal wieder den kopf.

mein punkt von heute ist: was ist, wenn er sein leben lang traurig ist wie stiller, weil er stark sein möchte, mir aber als frau nicht das bieten kann, was ich zuvor kannte. was, wenn er sich sein leben lang minderwertig fühlt neben mir? und ich mich gleichzeitig genauso minderwertig fühle neben ihm? 

Ach, das ist so krank. aber es braucht auch leute in partnerschaften, die sich was überlegen und nicht nur frisch von der Leber in den Tag leben. 

10.4.12 21:22


yiea.

Ich esse eine halbe Tonne Schokolade. Ich bin so müde, dass ich am hellichten Tag in der Mittagspause einschlafe. Gnädigerweise wurde ich geweckt, als es weiter ging. Vier Monate ohne Urlaub und ich bin am Arsch. Noch drei Wochen, dann ist wieder Schule. Noch zweieinhalb Monate.

Auf meinem Schreibtisch hab ich ein Blumenbouquet stehen, auf dem eine Raupe lebt. Sie hat sich wohl den ganzen Tag pber von einem Blatt zum andern geangelt und ist nun auf der entgegengesetzten Seite angelangt. 

Hans hat sich nicht gemeldet. Schade. Das vermisste Buch aus der Bibliothek ist noch immer verschollen. Auch Schade. Ich macht noch alles bereit für morgen und dann geh ich zu bett. es ist furchtbar mit dieser Müdigkeit.

13.4.12 20:39


and rainy days

Worst case ist eingetreten: mein Ohrenschmerz wandelt sich in geschwollene Mandeln und Schluckweh um. Ich hab den ganzen Tag fast nichts runter bekommen und Literweise Tee getrunken. Ich weiss nicht, ob das bis morgen wieder weg ist. Sprechen tut einfach weh und das Schlucken wie gesagt ist eine Tortur.

Er hat noch nicht geantwortet. Das beunruhigt mich.

Ich habe diverse Tonsillektomien geschaut. Es ist wirklich sau hässlich. und es blutet. Aber es nimmt mir die Angst. Bleibt nur noch die Narkose. Ich habe Angst davor, nicht mehr auf zu wachen. 

15.4.12 19:47


Was treibt mich dazu, mich tatsächlich für diese OP anzumelden? Je konkreter es wird, desto mehr versuche ich mir die Angst zu nehmen, desto näher kommts, desto mehr Angst habe ich. Ich will keine Schmerzen und ich will nicht die Kontrolle über mich verlieren. A-A-A-A. Furchtbar. Und dann muss ich noch so lange irgendwelchen Brei essen. Schrecklich. Und wenn ich Nachblutungen habe, bin ich alleine zu hause, was mich auch nicht sonderlich freut. Aber deswegen alles absagen - nein.

ach, shit. 

und er hat sich nicht gemeldet. sein freund hat ihn angemeldet. was soll das denn?!

17.4.12 20:46


And you don't come and you don't call and you don't say that you miss me.  -i got a secret. I love you more when I'm missing you.

Schon wieder ein Tag vorbei. Ich hab es langsam so satt zu hören, dass ich eine ruhige, seriöse und ernste Person bin, die lebhaft und mit gegebener Autorität ist. Das nervt. Ziemlich. 

Juhui. ich habe morgen und übermorgen nach der Arbeit abgemacht mit Freundinnen. Darauf freue ich mich. Ich habe erhöhtes Kommunikationsbedürfnis, da ich all das Vergangene verarbeiten muss in dem ich andere damit zuquassle. muss eben auch sein.

Ach ach ach. Schluss jetzt.

18.4.12 21:22


Bin ich ehrlich: ich brauche einfach Ablenkung. So vieles auf einmal wird in meinem Leben losgetreten. Wen wunderts, dass die Sache mit Hans gelegen kommt. ich mache mir wieder unberechtigte Hoffnungen und bin nach den zwei kommenden Treffen am Boden zerstört, weil ich einfach mal wieder da sitze ohne dass es was wurde.

Zeit für Siesta.

21.4.12 14:49


I wish I didn't saw the sunshine.

Ich fass es nicht. War heute ein total bescheuerter Tatort meiner Meinung nach. Der Tag an sich war nicht so der Held und ansonsten fühl ich mich eher einem Lemming gleich als einer Prinzessin. Jetzt war ich unendlich traurig, weil das Leben manchmal einfach weh tut. Habe soeben meine Oma verabschiedet. Ein Relikt aus dem zweiten Weltkrieg. Sie wurde in Norddeutschland geboren und kam nach dem Krieg hier her, wo sie Opa kennen lernte. Heute ist sie ein kleines Häufchen Mensch, abgemagert, nicht mehr ganz 100 (oder noch nicht) und verbittert - aber mit dem feinen Humor eines Elefanten im Prozelanladen. Vor 60 Jahren war sie so alt wie ich, welche Träume hatte sie, wie wuchs sie auf, welche Lebensperspektive hatte sie? Und jetzt ist jeder Morgen vielleicht der letzte und dann ist sie tot. Man stelle sich das mal vor, einfach tot zu sein. Wie gehts danach weiter? Wie mein Dad heute sagte (zwar mit anderer Motivation): es bleiben trotzdem viele Fragen offen. Ist schon so. Es steht vieles geschrieben, manche Leute erzählen dies und jenes von Drüben, aber dort war noch keiner. Die Vorstellung, diesen Moment des Sterbens zu erleben, lässt mein Innerstes zusammenkrampfen.

Und (jetzt kommt, was ich eigentlich schreiben wollte) just in diesen Moment hin einbekomme ich eine Mail von Hans. Eine ganz nette, aufmerksame, mit Fragen versehene und spannende Mail. Und jetzt sitze ich hier, heule und weiss nicht warum und bin froh, dass es ihn gibt. nun lege ich mich schlafen und morgen wache ich wieder auf (so gott will) - ein neuer tag.

22.4.12 22:24




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