achachach.

Man merkt, dass es draussen wieder kälter ist. Es sind mehr Spinnen im Haus.

Ich habe heute im Internet 1-1.5Zi Wohnungen angeschaut. Das Zimmer der Freundin ist einfach zu klein. Ich kann nicht auf 8m^2 leben, das geht einfach nicht. Morgen bekomme ich Bescheid, wo ich im Fremdpraktikum sein werde. Falls es irgendwo ab vom Schuss ist, werde ich in eine schöne Wohnung in einem alten Dorfkern ziehen. Parkettboden. Hoffentlich hell. Naja, aber Papi müsste mir jeden Monat noch ein bisschen Geld pumpen. Aber, falls es so weit kommt, freue ich mich auf das durchstöbern von Brockenhäusern, wo ich meinen gesamten Hausrat zusammenkaufen werde. 

Natürlich frage ich mich noch immer, ob ich alleine wohnen kann. Ich möchte nicht vereinsamen. Andererseits wäre da auch noch ein Zimmer in einer 4er WG frei, 15m^2 insgesamt. Ich habe keine Ahung, wie das Zimmer aussieht. Und ob ich es mit 4 Leuten unter einem Dach aushalten würde. Andererseits wäre dieses Zimemr noch halbwegs in der Nähe, während die andere Wohung zu weit weg wäre für Besuch von zuhause. Ich müsste dann wirklich ein neues Leben beginnen. hmm.... eigentlich käme es billiger, eine Wohnung mit 3 zimmern zu zweit zu mieten. Aber mir kommt niemand in den Sinn, der ausziehen will und mit dem ich es womöglich aushalten würde. Aber ja, morgen kommts raus. Bis dahin muss ich meine Phantasie noch in Zügeln halten...

Achachach, eigentlich ist es ein gutes Zeichen, dass ich mir um solche Dinge Sorgen mache. 

Hab dem Hansi eine SMS geschrieben, weil die Band ja in seinem Dorf spielte. Ich konnte dann trotzdem noch ans Konzert in meiner Stadt, weil jemand einen guten Tag hatte und mir Tickets organisierte. Das Lokal war sooo schön. So uralt und retro und einfach improvisiert, das gfällt mir. Sie hatten sogar noch einen alten Plattenspieler als DJ Mischpult - unglaublich. Naja, er hat dann geantwortet. Aber ja, so richtig schlau werde ich nicht aus ihm. Er wohl auch nicht aus mir. Naja, was solls.

hmmm. schluss für heute

2.9.12 20:29


Ich hab den ersten Tag überlebt. Ich hoffe, dass ich die kommenden drei Monate ebenso bravourös meistern kann. Es deutet jedoch vieles auf einen nicht ganz so optimalen Verlauf hin. eigentlich wollte ich ja um 9 im Bett sein. Aber mein Fahrrad hat eine Platte und das Ventil ist futsch, weiss auch nicht, wie man das schaffen kann. Morgen muss ich also noch ein neues Ventil kaufen. Und dann geht wieder ein Abend drauf für die Reparatur - wobei, mittlerweile bin ich ziemlich schnell. Die Zeit vergeht einfach schneller. Naja.

Ich habe mir heute ein Erfolgserlebnis konstruiert und muss mich deshalb noch loben, weil sonst alles für die Katz war. Also: Lena, ich fands super, wie du dich bei jedem mit Handschlag und lauter Stimme vorgestellt hast. Das hat dich viel Überwindung gekostet, aber du bist auf die Leute zu gegangen und bist über deinen Schatten gesprungen. Du hast dich auch im Smalltalk bemüht mit jedem und hast einen bemerkenswerten Start in der Teamintegration hingelegt. Respekt, mein Fräulein, das hast du gut gemacht! 

So, nun bin ich müde. Bye.

3.9.12 21:20


Nach dem so fulminanten Start von gestern kam heute die Überforderung. Ich habe einem Patienten eine Kanüle ins Bein gerammt, ohne wirklich zu wissen, wie man das macht. Ich habs wohl intuitiv richtig gemacht, er ist nicht daran gestorben. Nun, ich gebe mir schändlich viel Mühe, offen zu sein, initiativ zu sein und meine Kräfte anzubieten, doch mangelt es mir an Bestätigung meiner Leistung. Ich hätte gerne von Aussen ein Feedback, das anerkennt was ich leiste. Ich habe von mir selber das Gefühl, dass ich ein wertschätzender Mensch bin und anderen oft sage, wass ich gut an ihnen und ihrem Handeln finde. Ich frage mich, ob mir niemand sowas sagt oder ob es in meinen Ohren nicht ankommt. Vielleicht sollte ich mir eine Liste dazu machen: was Leute positives über mich denken. (gemacht - sehr gut Lena.)  

Am besten lege ich auch ein kleines Heft an, in das ich jeden Abend eine kurze Rückschau halte. Was habe ich gut gemacht? Wo habe ich mich überwunden? Wo hatte ich Mühe? Warum? Welche Sachen belasten mich und muss ich loslassen? 

 Ich finds immer wieder erstaunlich, wie schnell ich gewisse Dinge umsetzen kann.

Highlight des Tages: 

Der Tee, den ich heute Morgen zu hause vergasse, ist noch immer Warm! Yeah, habe mir beim Schweden eine Thermosflasche gekauft. Is ja absolut der Hammer. Kaum zu glauben. Naja, er schmeckt nicht ganz so lecker, aber er ist warm!

(inoffizielles Highlight: Habe heute Bekanntschaft mit den Unterassistenten gemacht. Zwei Männer, wer hätte das gedacht. Und der eine findet mich sympatisch (oder er ist notgeil). Ich habe ihm die Vitalzeichen meiner Patienten gesteckt worauf er an mir im Gang vorbei lief und lachte und zwinkerte. Aha, gibts denn so was subtiles? Naja, hübsch ist er allerdings nicht auf den ersten Blick. Ich könnte mir vorstellen, dass er als alter Mann richtig hässlich sein wird. Aber ja, die Jugend, die Jugend... der hat echt gezwinkert. Mal schaun, vielleicht verkopple ich ihn mit einer Mitschülerin, die unbedingt einen Arzt haben will. Wenn die wüsste, was da alles auf einen zu kommt... nein danke.   

 

4.9.12 21:39


was ist so schlimm daran, seine Ausbildung abzubrechen? Ich spüre in mir drin, dass es nicht das ist, was ich lange machen will: so viel Stress, so viel Druck, nicht richtig Zeit für deine Gegenüber und so weiter. Ich kann es tun, sicher, aber ich glaube, dass ich dabei kaputt gehe, weil ich keine Luft mehr habe nebendran um zu leben. Ich fühle mich einfach zu sensibel, zu schwach, um dem gewachsen zu sein. Möglicherweise ist es einfach ein Kampf gegen mich und meine Unsicherheit. Vielleicht bin ich aber auch drauf und dran, mich selbst kaputt zu machen. Ich weiss es nicht. Wenn ich nur wüsste, was ich statt dessen machen soll. Diese kranken Leute den ganzen Tag durch - auf Dauer kann ich das wohl nur schwer ertragen. Was macht mir Freude? Ich sollte dichter und denker, musiker und schriftsteller werden, etwas wo ich in den Tag leben kann, meine Zeit selbstständig einteilen kann und was schaffen kann. Aber ej, den Job gibt es einfach nicht. Ich habe gerne mit Menschen zu tun aber nicht zu viel.

Ich weiss, es ist nur eine Phase, aber dieses ewige was will ich tun, was will ich mit meinem Leben - es raubt mir den letzten Nerv. 

In einer Woche beginnt die Uni hier. Es könnte noch möglich sein, mich einzutragen und anzumelden. Aber ich wäre wohl genauso ziellos. Und... dann bin ich wieder alt bis ich fertig bin mit der Ausbildung. 

Ich ertrage momentan einfach diesen Druck nicht, es ist mir zu viel. Ich kann so viel lernen bei meiner Arbeit, aber ich spüre, dass es nicht meines ist. Ich habe schon Freude bei dem, was ich tue, aber es ist nicht wirklich befriedigend. Oder kann Arbeit das gar nicht sein? Ich finde schon. Andererseits, wenn ich immer weiss, was auf mich zu kommt, könnte es mir auch schnell langweilig werden. Ach, Gott, wenns dich gibt, ich weiss nicht wie weiter und brauch dringend Hilfe...

8.9.12 20:53


Scheisn. Ich habe mich für so eine freiwillige Sache gemeldet und eigentlich kotzt es mich sehr an. Leider hat die Verantwortliche jetzt meinen Arbeitgebern geschrieben und jetzt brauche ich noch einen freien Tag. Das gibt mir ja noch eine Sache... Volle Kraft voraus: BEdürfnisse äussern und für meine Anliegen einstehen. Punkt.

Ich weiss, ich habe schon zig Einträge darüber geschrieben ABER: wir hatten gestern und heute einen PAtienten mit Jahrgang 86. Seine Schwester fragte mich nach einem Rollstuhl, ewil er sich nicht aufstehen traute (Männer im Spital sind oftmals einfach wehleidige Weicheier). Ich brachte den Stuhl ins Zimmer und vor mir steht ein etwas bärtiger 1,90er mit grünen Nikes unten am Spitalhemd, Uhr mit schönem Lederarband, grünen Augen, Kastanienbraunes Haar, Mein Herz blieb stehen, ich wäre beinahe synkopiert. Heut Morgen sass er auf dem Gang und las Zeitung, beinahe hätte ich gefragt, ob ich was helfen könne - bis ich ihn erkannte. OMG. He looks so fine! Meine Güte. Auf der Strasse wäre er mir ev. nicht aufgefallen. Hier schon, denn hier ist alles schrumpelig und mit Bierbauch. Ach, die Jugend - so schön sie ausschaut, so schnell vergeht sie... Vielleicht werde ich ja so populär wie Madonna, dann werde ich auch immer einen jungen straffen Boy zur Seite haben. hahaha. (Entgegen alles Spitalromanzen und so weiter, er hat mir weder seine Nr hinterlassen, noch hat er nach meinem Namen gefragt, noch habe ich ihm heroisch das Leben gerettet, noch sonst irgendwas. schade...) 

schluss für heute. 

11.9.12 20:52


In seiner Mail war keine einzige Frage an mich. Berechnung oder einfach typisch Mann? Ich weiss es nicht und ich weiss auch nicht, ob es angebracht wäre, ihn darauf anzusprechen, ob es Absicht war und wir den Kontakt beenden können oder ob es nicht Absicht war und der Kontakt vertieft werden sollte. Es ist schon unfair: ich schreibe gerne, er nicht so. Er telefoniert dafür lieber. Wenn ich ihn aber anrufe, so ist das eine ganz andere Stufe, als wenn ich ihm schreibe. Vielleicht ist ja das Schreiben für ihn auch eine ganz andere Stufe als das Telefonieren. Wer weiss. Naja, morgen heiratet sein bester Freund zu dessen Trauung er mich ermunterte zu erscheinen, aber ich will nicht 10000 Leute kennen lernen ohne mich erklären zu können. Ich will morgen einen ausgiebigen Waldspaziergang machen.

Ich finds scheisse, dass er sich nicht meldet. Er nimmt nicht Teil an meinem Leben. Über Distanz ist es auch schwierig. ich wünsche es mir aber sehr. Das ist der Punkt. 

Ich habe noch 21° in meinem Zimmer. Vor 2h warens noch 20°, was man mit Rechaudkerzen alles erreichen kann. Jetzt mach ich mir noch eine Ovi und schlafe eine Runde.

14.9.12 21:57


was, wenn ich ihn eigentlich gar nicht mag und mich nur an sein Bild hänge, weil ich ihn kenne aus einer Zeit, wo ich mich sicher fühlte? Menschen sind so komplex und plump zugleich.

ich nehme das Leben anders wahr als zuvor. Wann zuvor? Ich weiss es nicht, es ist jedenfalls anders. Ich bin mir der endlichen Dimension mehr bewusst, kann aber nicht so gut damit umgehen. 

Schritt für Schritt. Als erstes muss ich jetzt mal ausziehen, mich befreien und meinen eigenen Weg finden. Ich kanns mir nicht vorstellen, mit anderen gleichaltrigen zu wohnen, noch alleine zu wohnen. mit meiner Freundin will ich nicht wohnen, weil wir uns so nahe auf einander nicht gut tun und sie einen Freund hat. Darauf verzichte ich gerne. Ob diese Wohngemeinschaft wohl was ist? Oder ob die nur ein Bahnhof für gesellschaftlich gestrandete Menschen ist? Ich weiss es nicht, aber ich werde es herausfinden.

15.9.12 23:50


Jetzt macht mir langsam das Geld Sorgen. Aber auch nur so lange, wie ich daran denke, dass ich im Frühling wohl nicht in den Urlaub fahren kann. Wenn meine Schwester wie jetzt gerade meiner Mutter alle Schande sagt und ihr die Schuld am Leid der Welt gibt, frage ich mich, ob das Geld nicht einfach scheiss egal ist - hauptsache weg. weit weg. Ich wohne gerne hier, ich liebe mein Zimmer, mein Gärtchen, den Fluss und den Wald, aber ich halte diesen Terror nicht mehr aus. Ich habe so einen Hass auf meine Familie und ich fresse es immer in mich hinein. Das muss nicht so sein. Unsre Geraden liefen lange Zeit gleich, danach parallel, doch jetzt, ist ein Schnittpunkt unerreichbar in die Ferne gerückt... Ich habe keine Lust mehr auf diesen Kindergarten. Aber das kann ich ihnen nicht sagen. Ich muss es ihnen anders präsentieren, sonst hat dann hier der eine oder andere das Gefühl, man könne die Familie einfach so verlassen, weils einem zu dumm ist. Ich habe solche Angst. Aber ich weiss irgendwo, dass es richtig ist.
24.9.12 21:35




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